Der Impfplan richtet sich nach Ihrem Reiseziel
Afrika umfasst sehr unterschiedliche Reiseziele und Einfuhrregeln. Für die Planung benötigen wir das konkrete Land, die Route und die Aufenthaltsdauer. Wir prüfen mit Ihnen den vorhandenen Impfstatus und besprechen, welche tiermedizinische Vorbereitung nötig ist. Für die verbindlichen Einreisevorgaben sind die Behörden des Ziellands maßgeblich.
Tollwut: auch die Rückkehr vorbereiten
Vor einer Reise in ein nicht gelistetes Drittland muss die Rückkehr in die EU mitgedacht werden. Gegebenenfalls wird ein Tollwut-Antikörpertest in einem zugelassenen Labor verlangt. Die Blutentnahme erfolgt dann frühestens 30 Tage nach der maßgeblichen Impfung; der geforderte Wert beträgt mindestens 0,5 IE/ml. Normalerweise ist vor der Einreise eine dreimonatige Wartezeit nach der Blutentnahme einzuhalten. Bei rechtzeitig vor der Ausreise aus der EU nachgewiesenem und dokumentiertem ausreichendem Titer kann diese Wartezeit für die Rückkehr entfallen. Lassen Sie die für Ihr Tier geltenden Voraussetzungen vor Abreise prüfen.
Mücken, Zecken und Leishmaniose
In Teilen Afrikas kommen Sandmücken als Überträger der Leishmaniose vor. Je nach Reiseziel besprechen wir einen Schutz vor Überträgern und weitere Vorsorgemaßnahmen. Eine gegebenenfalls passende Leishmanioseimpfung wird individuell beurteilt und bietet keinen vollständigen Schutz vor einer Infektion. Vorhandene Erkrankungen, Alter und Reiseroute sind für die Entscheidung wichtig.
Marokko und Südafrika: offizielle Stellen nutzen
Die marokkanische Behörde ONSSA veröffentlicht Einfuhrinformationen für Hunde und Katzen. Für Südafrika ist eine veterinärmedizinische Einfuhrgenehmigung vor dem Versand beziehungsweise Transport einzuplanen. Zu erfüllen sind die Bedingungen des aktuell ausgestellten Permits; zusätzliche Untersuchungen und Bescheinigungen müssen rechtzeitig mit den zuständigen Stellen abgestimmt werden. Für weitere Länder wenden Sie sich an deren Veterinärbehörde oder Auslandsvertretung.
Vor der Buchung besprechen
Klären Sie auch, ob Transport, Klima, Unterbringung und gesundheitliche Belastung zu Ihrem Tier passen. Planen Sie die Versorgung benötigter Medikamente und eine erreichbare tierärztliche Anlaufstelle am Ziel. Teilen Sie der Praxis nach einer Reise neue Beschwerden und die genaue Reisevorgeschichte mit.
Das hilft bei der Vorbereitung
- Zielland und alle Transitländer
- Chipnummer, Heimtierausweis und Tollwutnachweise
- Vorhandene Titerbefunde und aktuelle Behördenformulare
- Abreise, Rückreise und Transportbedingungen
Häufige Fragen
Welche Impfungen braucht mein Hund für Afrika?
Die Antwort hängt vom Land, den dortigen Vorgaben, dem Impfstatus und dem Gesundheitszustand ab. Bringen Sie die aktuelle Einfuhrinformation Ihres Ziellands mit; daraus werden die nächsten Schritte geplant.
Kann ich erst im Urlaub den Tollwut-Titer bestimmen lassen?
Die Planung sollte vor der Abreise erfolgen. Ein erst im Drittland erhobener Nachweis kann zusätzliche Wartezeiten für die Rückkehr auslösen.
Stellt die Praxis amtliche Einfuhrgenehmigungen aus?
Einfuhrgenehmigungen erteilen die zuständigen Behörden. Für notwendige amtstierärztliche Bescheinigungen ist die zuständige Veterinärbehörde einzubeziehen.
Weiterführende Informationen
- KBLV: Fragen und Antworten zu Heimtierreisen ↗
- Europäische Union: Reisen mit Heimtieren ↗
- ESCCAP: Leishmaniose beim Hund ↗
- Südafrika: amtliche Einfuhrinformationen ↗
- Marokko: Einfuhr von Hunden und Katzen (ONSSA) ↗
- Kreis Lippe: Gesundheitszeugnis für Tiere ↗
Informationsstand: 2. November 2026. Für Reisen gelten die aktuellen Vorgaben der zuständigen Behörden.

